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Was sind Histaminliberatoren?

Auch wenn Sie über Ihre Nahrung so wenig wie möglich Histamin zu sich nehmen, könnten bei Ihnen Histaminintoleranz Symptome auftreten. Warum? Der Schlüssel liegt in Histaminliberatoren.

Histaminliberatoren-Was ist das?

Histaminliberatoren sind Stoffe, die in unserem Körper (in Zellen wie beispielsweise Mastzellen) eine übermäßige Freisetzung von Histamin verursachen. Diese Stoffe können beispielsweise in Lebensmittel vorkommen, auch dann, wenn das Lebensmittel sonst kein Histamin enthalten würde.  Weitere Histaminliberatoren können Medikamente, Zusatzstoffe (z.B. Geschmacksverstärker, Konservierungsmittel, Farbstoffe) oder sogar Emotionen bzw. Stress und Hitze sein.

Histaminausschüttung durch Stress, Emotionen, Gifte & Co

Egal ob Stress in der Arbeit, in der Familie oder sogar übermäßiger Sport, Stress kann wie ein Histaminliberator in unserem Körper Histamin freisetzen und damit bei Histaminintoleranz-Patienten Symptome verursachen.

brennessel

Brennesselstiche können Histamin ausschütten

Ein weiterer Auslöser für eine Histaminausschüttung können starke Hitze und Kälte sowie UV-Strahlung, Verbrennungen und Sonnenbrand sein.

Außerdem können auch gewisse Emotionen wie starke Angst, Schmerzen oder schlagartige Geschehnisse Histamin in unserem Körper freisetzen.

Das verschiedenste Gifte nicht gesund sind, wissen wir alle, aber sie führen in vielen Fällen auch zu einer Ausschüttung von Histamin. Egal ob ein Insektenstich, bakterielle Gifte, ein Quallenbiss oder das Streifen an der Brennessel, all diese Beispiele sind als Histaminliberator bekannt.

Medikamente als Histaminliberatoren

Viele Menschen nehmen bei Histaminintoleranz Medikamente, in der Hoffnung, die Symptome würden nachlassen. Einige davon gelten auch als Histaminliberatoren. Ist das der Fall, so könnte es sein, dass die Symptome bei einem Histaminintoleranz Patient noch schlimmer werden. Im Allgemeinen sollte man bei einer Histaminintoleranz bei entzündungshemmenden und schmerzhemmenden Medikamenten aufpassen.  Wenn Sie also unter einer Histaminintoleranz leiden, sollten Sie auf alle Fälle Ihren Hausarzt Bescheid geben und unter Absprache mit ihm auch als unverträglich bekannte Medikamente wie Parkemed ®, Voltaren® oder zum Beispiel Aspirin® durch verträglichere Alternativen ersetzen.

Auch Röntgenkontrastmittel verursachen bei einer Histaminintoleranz oftmals Beschwerden. Wenn Sie wissen, dass bei einer Untersuchung Röntgenkontrastmittel gebraucht werden, geben Sie Ihren Arzt darüber Bescheid, dass Sie an einer Histaminintoleranz leiden. In diesem Fall können gewisse Antihistaminika helfen, die Symptome durch Röntgenkontrastmittel bei Histaminintoleranz zu vermeiden bzw. zu reduzieren.

Histaminliberatoren Liste mit Lebensmittel

Hier sehen Sie eine übersichtliche Histaminliberatoren Liste mit den bekanntesten Lebensmittel, welche in unserem Körper Histamin ausschütten können:

  • Cashewnüsse, Walnüsse, Haselnüsse, Sonnenblumenkerne
  • Buchweizen
  • Eiklar
  • Innereien
  • Meeresfrüchte
  • Hefe
  • Chilli, Senf
  • Lakritze
  • Kakao, Schokolade
  • Tomaten, Champignons
  • Banane, Ananas, Mango, Zitrusfrüchte, Kiwi, Avocado, Wassermelone Birne, Erdbeeren, Himbeere,
  • Zusatzstoffe wie Benzoate, Glutamat, Chinin, Sulfite, Tartrazin…
  • alkoholische Getränke wie Wein, Bier, Likör, Tequila, Champagner, Cognac, Whisky, etc.

Weitere Informationen zu histaminfreie und histaminarme Lebensmittel finden Sie übrigens hier. Die Histaminliberatoren Liste soll eine Information für alle Histaminintoleranz Patienten darstellen, trotzdem ist die Verträglichkeit von histaminreichen Lebensmitteln und Liberatoren von Person zu Person sehr unterschiedlich. Histaminliberatoren aus Lebensmittel sollten am Besten nur dann gemieden werden, wenn Sie sich sicher sind, dass Sie sie nicht vertragen. Einige Betroffenen der Histaminintoleranz passen auch bei Gluten und bei den als Antinährstoff bekannten Lektinen auf.

Was ist Ihre Erfahrung mit Histaminliberatoren? Teilen Sie sie gerne mit uns in den Kommentaren!

Was sind die Ursachen der Histaminintoleranz?

Die Histaminintoleranz Ursache liegt nach heutigen Kenntnissen an einem Mangel an histaminabbauenden Enzymen oder an einen Überschuss von Histamin.

Abbau von Histamin

In unseren Dünndarm befindet sich das histaminabbauende Enzym Diaminoxidase (kurz Dao), welches dafür sorgt, dass Histamin zum Großteil abgebaut wird. Sollte dennoch Histamin in unser Blut gelangen, wenn es zum Beispiel von Bakterien unseres Körpers produziert wird, wird es in der Leber von einem weiteren Enzym, der N-Methyl-Transferase abgebaut.

Denkbar ist es, dass die Diaminoxidase bei Menschen mit Histaminintoleranz nur unzureichend oder in einer nicht aktiven Form vorhanden ist. Das würde dann auch die Abbaufunktion des zweiten Enzyms, der N-Methyl-Transferase beschränken.

Histaminintoleranz Ursache-Was schränkt Dao ein?

Die Ursachen des Diaminoxidasemangels dürften nur sehr selten angeboren sein. Diaminoxidase braucht für eine gute Enzymfuntkion auch Vitamin B6 und Vitamin C. Womöglich kann ein Mangel dieser Vitamine die Funktion dieses histaminabbauenden Enzyms einschränken.

brokkoli vitamin c histaminarm

Vitamin C, wie es in den histaminarmen Brokkoli enthalten ist, spielt vermutlich für unsere Diaminoxidase eine große Rolle. Ein Diaminoxidasemangel gilt als Histaminintoleranz Ursache.

Desweiteren kann ein Entzündung der Darmschleimhaut ein Defizit der Diaminoxidase für kurze Zeit zur Folge haben. Auch speziell durch Allergien wird in unserem Körper Histamin freigesetzt, welches dann zu den spezifischen allergischen Symptomen führt. Gemeinsam mit einer histaminreichen Ernährung kann dies zum Beispiel die Abbaufähigkeit der Diaminoxidase überschreiten.

Zudem können diaminoxidasehemmende Substanzen wie etwa Alkohol, viele Medikamente sowie gewisse Nahrungsmittel mitverantwortlich für eine verminderte Aktivität der Diaminoxidase gemacht werden.

Stress als Ursache für Histaminintoleranz

Wir alle wissen, dass Stress über längere Zeiträume gesundheitsschädlich ist und unterschiedlichste Erkrankungen zufolge haben kann. Typische mögliche Beispiele hierfür wären zum Beispiel: Herz- und Kreislauferkrankungen, Verdauungsbeschwerden, Migräne und Schlafstörungen. Trotzdem sind ein großer Teil der Europäer im Beruf und auch privat oft starken Stress ausgesetzt. Welchen Einfluss hat aber Stress auf unseren Histaminspiegel?

Histamin gilt als eine Art Stresshormon, soll heißen, dass Histamin speziell dann von den Mastzellen ausgeschüttet wird, wenn man unter Stress steht. Damit ist aber nicht nur zwingend psychischer Stress gemeint. Ebenso  körperliche Arbeit, Training, starke Hitze oder auch Schmerzen führen zu einer Histaminausschüttung, die unsere histaminabbauenden Enzyme denkbar überfordern könnte.

 

Quellen: u.a. Histamin-Intoleranz Histamin und Seekrankheit von Reinhart Jarisch S. 5 f.