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Sind Antihistaminika bei Histaminintoleranz eine Lösung?

Wer unter einer Histaminunverträglichkeit leidet, will seine histaminbezogenen Symptome natürlich so gut wie möglich loswerden! Zur Behandlung der Histaminintoleranz und zur Linderung der Symptome gibt es dabei wiederum verschiedenste Möglichkeiten! Eine davon sind Antihistaminika!

Was sind Antihistaminika?

Antihistaminika sind Wirkstoffe in Medikamente, die die Fähigkeit haben die Histaminrezeptoren in unserem Körper zu blockieren, weshalb sie auch als Histamin-Rezeptorblocker bezeichnet werden!

thumbnail antihistaminika bei histaminintoleranzRezeptoren sind Moleküle, die auf gewisse Reize reagieren. Wenn Hormone oder Botenstoffe wie etwa Histamin dort andocken, lösen Sie in der Zelle ein spezifisches Signal aus und es kommt zu den charakteristischen Symptomen einer Histaminintoleranz! Man kann sich das wie ein Schlüssel und ein Schloss vorstellen. Histamin ist der Schlüssel und der Rezeptor ein Schloss. Trifft der Schlüssel das Schloss so kommt es zu Symptome! Kommen aber Antihistaminika bei Histaminintoleranz zum Einsatz so nutzten diese den Platz der Rezeptoren und kein neues Histamin kann dort andocken!

Antihistaminika haben allerdings keinen Einfluss auf die Freisetzung oder den Abbau von Histamin! Stattdessen verhindern sie lediglich das Histamin an Histaminrezeptoren binden kann! Histamin kann daher nicht wirken. Es befindet sich zwar noch immer im Körper, solange aber die Wirkung vom Antihistaminikum anhält, können die meisten Symptome verhindert oder reduziert werden!

Antihistaminika werden auch gerne gegen Allergien verwendet, den eines der Hauptfaktoren bei Allergien ist eine Ausschüttung von Histamin!

Arten von Antihistaminika

Man unterscheidet primär 4 verschiedene Arten von Antihistaminika:

  • H1-Blocker werden zur Behandlung von Allergien genutzt (Antiallergika)! Man kann H1-Antihistaminika Sie auch für einen Histaminintoleranz Selbstest benutzen, allerdings müssen Sie von einem Arzt verschrieben werden! H1-Blocker gelten als ein gutes Schlafmittel und können auch bei Verdauungsprobleme durch Histaminintoleranz helfen!
  • H2-Blocker sind zwar mittlerweile längst in Vergessenheit geraten, können aber auch noch heute bei der Histaminintoleranz hilfreich sein, speziell zur Behandlung von Sodbrennen und Verdauungsproblemen durch Histamin! Als Antiallergika werden sie außerdem auch gegen Juckreiz verwendet!
  • H3-Blocker spielen eine wichtige Rolle als Psychopharmaka und können bei Histaminintoleranz-Patienten speziell gegen innere Unruhe, Schlafstörung und Untergewicht helfen!
  • H4-Blocker gelten als möglicherweise antientzündlich, allerdings scheinen Sie diese Antihistaminika bei Histaminintoleranz eher unwesentlich zu sein!

Antihistaminika bei Histaminintoleranz!

Anthistaminika

Heute werden ganz Allgemein hauptsächlich Antihistaminika vom Typ H1 und H2 genutzt besonders bei Allergien! Und auch bei einer Histaminose ist vor allem die Anwendung von H1- und H2-Blocker empfehlenswert!

Dabei unterscheidet man wieder H1 Blocker der ersten Generation, der zweiten Generation und der dritten. Eingesetzt werden H1-Blocker z.B. bei  Hautproblemen, Nesselsucht (Uritikaria), Schnupfen, Atembeschwerden, Heuschnupfen, Kopfschmerzen, Schwindel oder bei Insektenstichen!

Die H2-Blocker finden besonders bei Allergien Anwendung, aber auch zur Linderung der Beschwerden einer Histaminintoleranz sind sie empfehlenswert! Speziell bei Sodbrennen und weiteren Verdauungsproblemen, die nach histaminreiche Lebensmittel auftreten!

Nebenwirkungen von Antihistaminika

Antihistaminika sind wirkungsvoll um die Symptome bei Histaminintoleranz zu verbessern oder zu verhindern! Allerdings können sie auch Nebenwirkungen haben!

Besonders die wirkungsvollen H1-Antihistaminika der ersten Generation können zu starker Müdigkeit und Schläfrigkeit führen, da die Wirkstoffe die Blut-Hirnschranke überqueren können! Die zweite Generation der H1-Antihistaminika führt auch bei Histaminintoleranz nur selten zur Müdigkeit, allerdings können Sie zu anderen Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, Schwindel Leberprobleme und Trockenheit im Mund führen! Ebenso H2 Antihistaminika!

Daher wählen viele Betroffene bei Histaminintoleranz natürliche Antihistaminika! Was würden Sie machen? Natürlich oder synthetisch?

5 Natürliche Anthistaminika bei Histaminintoleranz

Als Alternative zu Antihistaminika-Medikamente bei Histaminintoleranz gibt es auch natürliche Antihistaminika! Unsere Top 5 Favoriten werden wir Ihnen hier kurz vorstellen!

  • Quercetin ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der vor allem in Zwiebel, Brokkoli, Apfel, Schnittlauch und Grünkohl vorkommt! Er wirkt nicht nur entzündungshemmend, sondern ist auch für seine Wirkung als Antioxidantie und für seine antiallergische Wirkung bekannt! Das beste an Quercetin ist aber, dass er eine Histaminausschüttung im Körper verhindern kann, weshalb es als eines der besten natürlichen Antihistaminika bei Histaminintoleranz gilt (1)! Im Beitrag „Quercetin bei Histaminintoleranz“ erfahren Sie dazu mehr!
  • Vitamin C ist ebenfalls ein sehr wirkungsvolles natürliches Antihistaminikum! In Studien sah man, dass Vitamin C bei regelmäßiger Einnahme den Histaminspiegel um nahezu 40% senken kann! Am besten sollte man ein magenschonendes Nahrungsergänzungsmittel mit zugesetzten Bioflavinoiden verwenden! Nähere Infos findet Ihr im Beitrag Vitamin C bei Histaminintoleranz!
  • Wasser ist ebenfalls ein natürliches Antihistaminikum! Histamin ist schließlich wasserlöslich. Trinken Sie daher mindestens 2-3 L Wasser am Tag!
  • Zink gilt als natürliches Antihistaminikum! In Studien sah man nicht nur, dass die Einnahme unser Immunsystem unterstütz, sondern auch die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen hemmt! (2)
  • Bromealin: Ananas gilt zwar als Histaminliberator, das in der Tropenfrucht enthaltene Bromealin aber als natürliches Antihistaminikum! Wahrscheinlich ist die isolierte Form von Bromealin z.B. als Nahrungsergänzung als Antihistaminikum bei Histaminintoleranz sehr wirkungsvoll ohne die Nachteile als Histaminliberator zu bringen!

Hier erhält ihr auch noch Infos zu Vitamine bei Histaminintoleranz sowie zu Nahrungsergänzungsmittel!

Antihistaminika immer nur mit einem Arzt

Jetzt wo Sie die enorme Wirkung von Antihistaminika bei Histaminintoleranz wissen, wollen Sie sie wahrscheinlich am liebsten gleich ausprobieren und dazu rezeptfreie Produkte aus der Apotheke kaufen! Das ist allerdings keine gute Idee! Denn in manchen Fällen können die Nebenwirkungen schlimmer sein als die Symptome!

Außerdem wissen Sie beim Kauf von Antihistaminika nicht wie genau sie auf Ihren Körper wirken! Nur ein Arzt kann Ihnen sagen, welche Antihistaminika sich bei Ihrer Histaminintoleranz am allerbesten eignen und welche mehr Schaden als Nutzen bringen können!

Wenn Sie aber keine Zeit haben um zum Arzt zu gehen und dennoch Antihistaminika probieren wollen, dann probieren Sie doch einfach natürliche Antihistaminika, wie wir Sie im oberen Abschnitt beschrieben haben!

Bekannte Antihistaminika Medikamente

Antihistaminika helfen sowohl bei jeglichen allergischen Symptomen als auch bei Histaminintoleranz sehr gut! Angewendet werden Sie bei Allergien in Form von Nasensprays oder Augentropfen während bei einer Histaminintoleranz eher die Anwendung als Tablette empfehlenswert ist! Besonders wirkungsvolle Antihistaminika sind beispielsweise Cetirizin, welches z.B. in Zyrtec oder Hista-X zu finden ist! Desloratadin ist ebenfalls sehr wirkungsvoll und befindet sich z.B. in Aerius!

Ich habe früher wegen meinen Nesselauschlägen (Uritikaria) Zyrtec verschrieben bekommen! Davon bekam ich aber Nebenwirkungen wie starke Müdigkeit , weshalb ich später Aerius bekam!  Die Wirkung war so weit ich mich zurückerinnere aber bei Zyrtec etwas stärker!

Mastzellenstabilisatoren bei Histaminintoleranz

Nun wissen Sie was Antihistaminika bei Histaminintoleranz alles können! Aber was sind Mastzellenstabilisatoren und was bewirken Sie bei Histaminintoleranz? Und was sind denn Mastzellen überhaupt?

Mastzellen gehören zu den Blutzellen! In ihnen wird Histamin gespeichert und durch Histaminliberatoren ausgeschüttet!

Mastzellen sind  Blutzellen im Körper, welche eine wichtige Rolle für das Immunsystem und zum Beispiel bei der Wundheilung übernehmen. In den Mastzellen wird körpereigenes Histamin gemeinsam mit anderen Stoffen gespeichert und kann z.B. durch Histaminliberatoren ausgeschüttet werden! Auch bei Histamin spielt die Ausschüttung von Histamin aus Mastzellen eine zentrale Rolle!

Durch den Konsum von Histaminliberatoren wie Alkohol, Zitrusfrüchte oder Kakao kann Histamin in unserem Körper ausgeschüttet werden! Mastzellenstabilsatoren können genau diesen Prozess verhindern! Sie müssen dafür aber in der Regel täglich mehrmals eingenommen werden! Dafür haben sie aber keinerlei bekannte Nebenwirkungen und sind auch häufig rezeptfrei in der Apotheke zu finden!

Verwendung finden diese Stoffe vor allem bei Mastozytose. Aber auch bei Histaminintoleranz finden Wirkstoffe wie Cromoglicin­säure und Nedocromil Verwendung! Häufig werden Sie in Form von Augentropfen oder als Nasenspray verwendet!

Fazit: Sind Antihistaminika bei Histaminintoleranz nun sinnvoll?

In erster Linie ist es bei einer Histaminintoleranz wichtig, dass die Ernährung und der Lebensstil passt! Essen Sie primär histaminarme Lebensmittel und vermeiden Sie histaminreiche Lebensmittel! Ebenso ist auch die Reduktion von Stress bei Histaminintoleranz entscheidend!

Wenn diese Faktoren erfüllt sind, können aber auch weitere Hilfsmittel wie Daosin oder eben auch Antihistaminika bei Histaminintoleranz eine sehr gute Wirkung vollbringen!

Außerdem können Antihistaminika bei einer Histaminunverträglichkeit dazu verwendet werden die Histaminintoleranz zu diagnostizieren! Das sollte allerdings nur unter Absprache mit einem Arzt erfolgen! Im Allgemeinen sind zwar manche Antihistaminika rezeptfrei erhältlich, eine Absprache mit einem Arzt für die Verwendung bei Histaminintoleranz ist aber dennoch stets empfehlenswert! Bei Interesse könnt Ihr auch noch gerne unsere Histaminintoleranz Bücher und Kochbücher bei Histaminintoleranz durchschauen!

Bei Histaminintoleranz Vitamin C? So unterstützen Sie den Histaminabbau!

Quellen:

  1. Seite „Antihistaminikum“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Mai 2018, 08:41 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Antihistaminikum&oldid=177297072 (Abgerufen: 30. Juni 2019, 12:17 UTC)
  2. Nahrungsmittelintoleranzen von Dr. Maximilian Ledochowski, 2. Auflage, Goldmann, Seite 157 f.
  3. Studien sind bei der Verwendung oben verlinkt

Was ist Ihre Erfahrung mit Antihistaminika bei Histaminintoleranz? Haben Sie bereits welche probiert? Gab es Nebenwirkungen? Würden Sie natürliche Antihistaminika oder Medikamente bevorzugen? Schreiben Sie es doch gerne in die Kommentare!

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