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Welches Brot bei Histaminintoleranz? | So machen Sie histaminfreies Brot!

Viele Menschen mit Histaminintoleranz vertragen reguläres Brot nicht gut. Und dafür gibt es viele Gründe: Von der Zubereitung bis hin zum falschen Mehl. Aber wie macht man ein histaminfreies Brot? In diesem Beitrag erfahren Sie Infos, Tipps sowie auch ein Top Rezept für ein gut geeignetes Brot bei Histaminintoleranz!

Welches Mehl eignet sich bei Histaminintoleranz?

Wer histaminfreies Brot herstellen möchte, ist in erster Linie mit der Frage konfrontiert, welches Mehl sich denn bei einer Histaminintoleranz überhaupt eignet.

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Histaminfreies Brot: Infos & Rezepte auf histaminfrei.at!

Grundsätzlich ist Getreide an sich kein histaminreiches Lebensmittel. Dennoch vertragen einige Personen mit Histaminintoleranz z.B. keinen Weizen, andere schon. Das könnte einerseits mit der Lagerung zusammenhängen, andererseits können auch gewisse Inhaltsstoffe aus Getreide negative Reaktionen begünstigen. So etwa Lektine, Gluten, Amylase-Trypsin-Inhibtoren oder FODMAPs, welche wir bereits genauer auf fructosefrei.at beschrieben habe.

Weizen ist zwar für gesunde Menschen ohne Nahrungsmittelunverträglichkeiten nicht zwingend schädlich, bei empfindlichen Personen kann das Getreide aber sehr schnell zu Verdauungsprobleme und weitere Symptome führen. Die Verträglichkeit ist sehr individuell und sollte idealerweise auch individuell ausgetestet werden. Besonders kritisch ist es, wenn neben der Histaminunverträglichkeit auch eine Zöliakie oder Glutensensitivität besteht. Man vermutet, dass viel mehr Menschen von einer Glutensensitivität, betroffen sind als bisher angenommen.

Welches Mehl bei Histaminintoleranz?

Als fast immer gut verträglich bei reiner Histaminintoleranz gelten Getreidesorten wie Reis, Dinkel, Gerste, Roggen, Hafer, Hirse, Kamut und Mais. Das Pseudogetreide Buchweizen gilt hingegen als potenzieller Histaminliberator während Quinoa und Amaranth als Pseudogetreide etwas besser verträglich sind.

Seien Sie allerdings vorsichtig bei Mandelmehl, denn Mandeln gelten als Histaminliberator. Kokosmehl sollte als Nuss-Mehl-Alternative etwas besser verträglich sein. Nähere Infos erfahren Sie im Beitrag über Kokosöl bei Histaminintoleranz!

Hefe im Brot – ein Problem bei Histaminintoleranz?

Hefe findet sich in vielen Lebensmitteln – vom Brot bis hin zum Bier ist es eine wichtige Zutat in der Lebensmittelindustrie. Außerdem befindet sich Hefe in einigen Lebensmittel von Natur aus. Aber ist Hefe in Brot bei Histaminintoleranz ein Problem?

Hefe ist ein wichtiger Bestandteil für die Herstellung von einem schön flaumigen Brot!

Das ist sehr umstritten. Klassische Hefe – ob in Würfelform oder Trockenhefe, die in Brot & Backwaren Verwendung findet, sollte laut verschiedensten Experten bei einer Histaminintoleranz eigentlich unproblematisch sein.

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie schreibt beispielsweise in ihrer Leitlinie zur Histaminunverträglichkeit, dass Hefe kein Histamin enthalten würde.

Gleichzeitig gibt es viele Berichte von Histaminintoleranz Betroffenen, die mit Hefe hergestellte Backwaren nur schlecht vertragen. Möglich wäre, dass Hefe an sich nicht histaminhaltig ist, aber während der Fermentation im Brotteig Histamin bildet. Demnach könnte während der Teig aufgeht Histamin produziert werden (weil die Hefe Nahrung bekommt).

Wie auch beim Weizen ist die Verträglichkeit der Hefe eine sehr individuelle Sache. Es gibt Menschen, die trotz Histaminintoleranz mit Hefe hergestelltes Brot gut vertragen, andere nicht. Wer aber kein Risiko eingehen will, sollte am besten Backpulver, idealerweise Weinsteinbackpulver oder Natron (Natriumhydrogencarbonat) für ein histaminfreies Brot verwenden, sofern man sich dazu entscheidet selbst Brot zu backen. Das in diesem Beitrag vorgestellte Rezept für histaminarmes Brot ist selbstverständlich hefefrei.

Brotgewürz bei Histaminintoleranz

Wer ein schmackhaftes Brot haben möchte, profitiert von einem guten Brotgewürz. Aber ist ein im Supermarkt gekauftes Brotgewürz überhaupt für ein histaminfreies Brot geeignet?

Ja, in der Regel schon! Aber natürlich sollten Sie immer die Zutatenliste von fertigem Brotgewürz beachten. Ansonsten können Sie als Gewürz für ein histaminarmes Brot auch ganz einfach folgende Zutaten in gleicher Menge mischen und im Mörser mahlen: klassischer Kümmel, Fenchelsamen, Anis, Koriander!

Unser Lieblings-Rezept für histaminfreies Brot

Sie vertrauen den Supermarkt-Produkten nicht? Sie sind bereit etwas Zeit dafür zu investieren Brot bei Histaminintoleranz selbst zu backen? Und Sie wollen genau wissen was in Ihrem Brot steckt? Dann backen Sie doch Brot ganz einfach selbst! Hier erfahren Sie dazu unsere Top Rezept für histaminfreies Brot!

Einfaches histaminfreies Dinkel-Brot mit Jogurt!

Wer bereit ist Brot selber zu backen, der findet hier ein Top Rezept für histaminfreies Brot!

Ein schnelles, einfaches sowie delikates Rezept für ein histaminfreies Brot.

Zutaten:

  • 200 g Dinkelmehl
  • 125 g frische Milch vollfett
  • 40 g frisches Joghurt vollfett
  • 2,5 g Natron
  • 3-4 g Brotgewürz (siehe oben)
  • eine Prise Salz

Zubereitung:

  1. Dinkelmehl, Natron, Salz und histaminarmes Brotgewürz miteinander vermischen.
  2. In einer Extra-Schüssel Milch & Joghurt verrühren.
  3. Nun das Milch-Joghurt Gemisch unter dem Mehlgemisch unterrühren. Schön vermischen und zu einem ordentlichen Teig verkneten. Es sollten möglichst keine Klumpen entstehen.
  4. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf geben. Etwas ausweiten. Der Teig sollte weniger einen Berg sein, sondern ähnlich einem Fladenbrot ausgeweitet werden.
  5. Nun in den Teig ein paar Mal einschneiden, sodass das Brot auch groß und luftig bzw. flaumig wird.
  6. Der Teig muss nicht stehen gelassen werden, da er ohne Hefe hergestellt wird. Am besten sofort backen.
  7. In ein auf 200 Grad vorgeheiztes Backrohr geben und darin für 25 Minuten backen. Anschließend mit einem Spieß oder einer Gabel in das Brot kurz hineinstechen. Wenn sich noch Teigreste am Spieß bzw. der Gabel befinden, so ist das Brot noch nicht fertig und sollte noch etwas im Rohr bleiben. Ansonsten können Sie das histaminfreie Brot bereits aus dem Backrohr nehmen.
  8. Nun das Brot etwas abkühlen lassen.
  9. Das Brot sollte möglichst schnell verzehrt werden. (siehe auch Beitrag: Histaminbildung in Lebensmittel!)
  10. Wer das Brot länger lagern will, kann es auch in Scheiben schneiden und in Tiefkühlsäckchen einfrieren.  Vor dem Verzehr kann das Brot dann noch kurz im Toaster knusprig aufgebacken werden. Ein längeres Auftauen des Brotes ist allerdings nicht empfehlenswert, um eine potenzielle Histaminbildung zu vermeiden.

Übrigens gibt es in dem Buch „Mastzellenfreundliche und histaminarme Küche* sehr wertvolle Rezepte nicht nur für Brot, sondern auch z.B. für Strudelteig und Pizza bei Histaminintoleranz! Nähere Infos zu diesem Buch und weitere Bücher bei Histaminintoleranz erfahren Sie hier!

Top 12 histaminfreie Rezepte: So können Sie histaminarm kochen!

Der optimale Belag für ein histaminfreies Brot!

Frischkäse und Radieschen. Ein genussvoller Brot-Belag bei Histaminintoleranz!

Was wäre ein histaminfreies Brot ohne einen guten histaminfreien Belag. Welchen Brotbelag kann man bei Histaminintoleranz beschwerdefrei genießen?

Hier unsere Top Brotbeläge bei Histaminintoleranz:

  • Schokoaufstrich „Carob Spread“* aus verträglicher Schokolade bei Histaminintoleranz!
  • Butter & Marmelade aus Blaubeeren, Aprikosen, Äpfel, Johannisbeeren, Prieselbeeren ohne verträgliche Zusatzstoffe, am besten selbst hergestellt (nicht für jeden gut verträglich!)
  • Frischkäse mit Gurke, Salat, Radieschen, Karotte oder Schnittlauch! (reinen natur Frischkäse nutzen)
  • Butter & Radieschen, Gurke, Schnittlauch oder einfach ein wenig Salz
  • Hüttenkäse
  • Mozzarella-Scheiben

Histaminfreies Brot kaufen

Brot selber machen? Viel zu viel Arbeit! Wer so denkt, kann auch eine histaminarme Brot-Mischung kaufen. Tatsächlich gibt es bereits mehrere solche Produkte!

Histaminfreies Brot "Tipharah" von Histaminikus
Histaminfreies Brot in Backmischung-Form!

So z.B. die helle Brotbackmischung „Tipharah“*, welche nicht nur histaminarm sondern auch glutenfrei, FODMAP-arm und fructosearm ist. Die zwei Hauptzutaten sind Vollkornmehl aus Reis & glutenfreiem Hafer.  Ähnlich wie die helle Brobackmischung gibt es aber auch dunkle Brotbackmischung* & weitere Mischungen*.

Ansonsten können Sie natürlich auch ihren lokalen Bäcker befragen, ob er histaminfreies Brot backt. Das ist zwar erfahrungsgemäß eher selten der Fall, aber ein Versuch ist es wert.

Alternativ eignen sich auch Reis- und Maiswaffeln als ein schneller, günstiger Brot-Ersatz bei Histaminintoleranz. Erhältlich sind diese in Supermärkten wie auch Reformhäuser und einigen Drogeriemärkten.

Das kann man sonst noch essen!

Wer Brot bei Histaminintoleranz nicht verträgt und keine Lust hat eines selber zu backen bzw. dieses ebenfalls nicht verträgt, kann auch weitere histaminfreie Nahrungsalternativen ausprobieren. Schließlich gibt es bei uns zahlreiche histaminarme Rezepte ohne Brot!

Brot ist mit Abstand das wichtigste Frühstück im europäischen Raum. Aber gerade für ein histaminfreies Frühstück gibt es auch viele weitere Möglichkeiten. Porridge, Chia-Pudding, Frucht-Joghurt, histaminarmes Müsli, Reiswaffeln, Wachteleier, Pfannkuchen oder auch ein Smoothie wie wir im Beitrag zu histaminfreie Desserts bereits vorgestellt haben, sind nur einige gute Frühstücksalternativen.

Und wenn es schnell gehen soll, dann gibt es auch zahlreiche gut verträgliche Obstsorten bei Histaminintoleranz! Es muss ja schließlich nicht immer Brot sein!

So können Sie auch bei Histaminintoleranz Schokoalde essen!

Fazit & häufige Fragen

Eine häufige Frage, insbesondere bei Personen mit Multi-Intoleranzen, ist, inwiefern sich glutenfreies Mehl bei Histaminintoleranz eignet. Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, denn es gibt viele verschiedene Hersteller & Produkte für glutenfreies Mehl. Leider enthalten einige Produkte weniger gut verträgliche Zutaten wie etwa Buchweizenmehl, Erbsenkleie sowie auch zahlreiche fragliche Zutaten, bei denen die Wirkung auf die Histaminintoleranz noch weitestgehend unbekannt ist.

Ansonsten haben Sie aber nun einiges darüber erfahren, wie sich histaminfreies Brot zubereiten lässt und welche Zutaten Sie für Brot bei Histaminintoleranz verwenden können und auf welche Sie besser verzichten sollten. Wie das bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten nunmal der Fall ist, variiert die Verträglichkeit unter Betroffenen, weshalb eine individuelle Testung erforderlich ist.

Haben Sie bereits ein Rezept für Brot ohne Histamin ausprobiert? Hat es geschmeckt bzw. hat es funktioniert? Was ist Ihr Lieblingsbelag für histaminfreies und histaminarmes Brot? Hinterlassen Sie dazu doch gerne ein Kommentar!

Lesen Sie auch über das Wundermittel bei Histaminintoleranz: Quercetin

2 Kommentare

    1. Liebe Andrea,
      vielen Dank für dein Kommentar.

      Histamin entsteht in einigen Lebensmittel während des Lagervorgangs, sofern das Produkt histaminbildende Bakterien enthält und die entsprechenden Bakterienstämme ein gutes Wachstumsmilieu in dem Lebensmittel haben.

      Im Brot ist das Risiko einer Histaminbildung eher gering. Während des Backvorgangs werden potenziell histaminbildende Bakterienstämme abgetötet. Kommt das Brot nach dem Backvorgang nicht mehr mit histaminbildenden Mikroben in Kontakt, so ist auch nicht davon auszugehen, dass es zu einer Histaminbildung im Brot kommt.

      Ebenso verliert das Brot während des Backvorgangs erhebliche Flüssigkeitsmengen. Dadurch haben auch potenziell histaminbildende Bakterien, mit denen das Brot nach dem Backvorgang im Kontakt kommt, kein gutes Wachstumsmilieu.

      Ich würde dennoch empfehlen, das Brot so schnell wie möglich zu verwenden. Wenn du das Brot für mehrere Tage aufheben möchtest, kannst du es auch gut in Scheiben schneiden, einfrieren und anschließend bei Bedarf kurz im Toaster geben.

      Ich hoffe ich konnte deine Frage beantworten.

      LG Florian

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